Mittwoch, 20. September 2017

Zum Rainbow Warrior Memorial und Matauri Bay Beach – ein „freier“ Tag



Bei schönstem Sonnenschein und richtig warmen Temperaturen haben wir heute einen „freien“ Tag gehabt. Frei insofern, dass wir bis 10 Uhr morgens noch das gesamte Haus geputzt haben, weil der Boss vom Boss von Paul gekommen ist. Dafür hatten wir gestern auch noch ein zweites Mal unseren Zebrakuchen gebacken, der diesmal sogar noch viel viel besser geworden ist!

Nachdem also das Haus sauber und das Kleinkind im Kindergarten war, haben wir nur noch schnell Handtücher zusammengesucht, ein Lunch gepackt und sind dann mit dem Farmauto, das wir nutzen dürfen, auf den Parkplatz am Matauri Bay Beach gefahren, denn wir wollten zum Rainbow Warrior Memorial gehen.

Ausblick vom Rainbow Warrior Memorial auf die umliegenden Inseln

Vom Parkplatz aus konnten wir die Umrisse von dem Memorial schon auf dem nahegelegenen Hügel sehen – den Weg dahin allerdings noch nicht. Ich hatte auf Google Maps schon gelesen, dass der wohl nicht so einfach zu finden sein sollte, deswegen hielten wir schon die Augen nach möglichen Schildern offen. Die haben wir auch gesehen, allerdings durfte man den Campingplatz, der zwischen uns und den Schildern stand, nicht betreten. 

Matauri Bay Beach

Wir waren aber schon einmal mit Paul hier entlang gefahren, somit wussten wir, dass wir über einen kleinen Weg an den nächsten Strand kommen. Dort sind wir dann hingegangen und sind zwischen ein paar Felsen hindurch dann an die Schilder gelangt, die wir vorher schon gesehen hatten. Sie haben zwar nicht explizit auf den Weg hingewiesen, waren aber trotzdem ganz interessant. Wir haben so nämlich erfahren, dass die Rainbow Warrior, ein ehemaliges Greenpeace-Schiff, direkt vor der Halbinsel, die wir besteigen wollten, abgeschossen wurde. 

Die Rainbow Warrior war das erste Greenpeace-Schiff, benannt nach der Prophezeiung „When the world is sick and dying, the people will rise up like warriors oft he rainbow.“ Nach einigen Missionen in Island, auf den Marshall Islands und dem Rongelap Atoll, bei denen Greenpeace unter anderem Menschen rettete, die nach Atombomben-Tests an Krebs, Misswüchsen und Gendefekten litten. Nach ebendieser Evakuierung fuhr die Rainbow Warrior weiter nach Auckland, das sie im Juli 1985 erreichte. Drei Tage später, als die Besatzung des Schiffs einen friedlichen Protest gegen die Atomtests der Franzosen beginnen wollte, wurde die Rainbow Warrior am 10. Juli von zwei Bomben der Französischen Marine getroffen und sank. Noch heute liegt das Wrack am Meeresgrund und ist ein beliebter Tauch-Spot. 

Ein Stück weiter links liegt das Wrack der Rainbow Warrior

Für uns war es aber zu kalt zum Tauchen, deswegen sind wir stattdessen zum Rainbow Warrior Memorial gegangen, das seit 1990 auf dem nahegelegenen Hügel steht. Von den Schildern aus ging dann auch der relativ steile Weg zum Memorial hinauf. Etwa 15 Minuten haben wir dafür gebraucht (die Zeit in der Sonne auf der einen Bank mal rausgenommen 😊 ) . 

Das Rainbow Warrior Memorial

Oben war dann auch das Memorial der zentrale Punkt des Hügels. Es besteht aus Material aus der Umgebung und ist ziemlich groß. Viel schöner als das Memorial ist aber der wunderbare Rundumblick. Man sieht die ganzen umliegenden Inseln, das türkisblaue Wasser und das grüne Gras. Dann war es dort oben auch noch fast windstill, sodass wir uns nach ein paar Fotos einfach auf die große Bank vor dem Memorial gelegt und gesonnt haben. 


Als wir dann am Sonne genießen waren, kamen ein paar andere Leute ebenfalls zum Memorial – und wir haben ein paar deutsche Worte gehört. Erstmal wollten wir natürlich nicht einfach so die Jungs ansprechen, die da hochgewandert waren und sowieso auch erstmal die Aussicht genossen haben, dann haben wir aber doch erstmal die Standard-Frage „Seid ihr auch aus Deutschland?“ gestellt – und das waren sie. 
Simon und Tobi kommen aus der Nähe von Koblenz und sind genau wie wir seit drei Wochen unterwegs. Sie sind sogar am gleichen Tag wie wir gelandet! Die beiden sind mit einem Campervan unterwegs, den sie uns netterweise einmal kurz gezeigt haben – da kam dann doch irgendwie der Wunsch auf, auch ein eigenes Auto zu haben… Mal sehen, was sich ergibt 😉
 
Nachdem die beiden dann weitergefahren sind und uns versprochen haben, uns in New Plymouth zu besuchen, sind wir an den Strand gegangen. Es war total warm und wir haben uns einfach hingelegt, unser Lunch gegessen und die Sonne genossen. 

Matauri Bay Beach bei tollem Wetter

Eigentlich wollten wir auch ausprobieren, wie kalt das Wasser ist, nachdem wir aber nur mit den Füßen drin waren, sind wir schnell wieder raus.
Auch unser Zebrakuchen war übrigens am Strand mit am Start – er war perfekt! 

Ein perfekter Zebrakuchen an einem perfekten Tag



Türkisblaues Wasser, Wellen, grüne Hügel - Neuseeland pur!

Kurz nach zwei sind wir dann wieder zurückgefahren – Heather brauchte das Auto zum Melken. So sind wir dann wieder zurück und haben den Nachmittag einfach im Haus verbracht und angefangen, unsere Sachen für unseren kleinen „Urlaub“ zu packen – da erfahrt ihr dann in ein paar Tagen mehr 😊
Eure Caro

Montag, 18. September 2017

Unsere Woche auf der Farm

Hey ihr,
heute ist bei uns der Montag schon wieder vorbei. Bei euch in Deutschland fängt er wahrscheinlich grad erst an. Deshalb dachten wir es wäre mal an der Zeit euch noch etwas über unsere vergangene Woche hier zu erzählen.
Also unser Tagesablauf war mehr oder weniger regelmäßig. Morgens passten wir meistens auf das Baby auf bis Heather zum Frühstück kam. Vorher halfen wir den Kindern noch ihr Lunch für die Schule vorzubereiten.
Nach dem Frühstück von Heather & Paul (wir frühstücken immer morgens mit den Kindern), ging es dann auch für uns auf die Farm. Dabei haben wir drei Vormittage damit verbracht, den Kälbchenstall auszumisten. Unsere Aufgabe bestand darin mit Hilfe einer Harke und einer Schaufel so eine Art Kaninchenstreu vom Boden teilweise regelrecht abzukratzen. Dieses war wirklich sehr anstrengend, sodass wir schon nach kurzer Zeit im T-Shirt arbeiten konnten :P

Der Kälbchenstall mit 6 Boxen
Nachdem wir in allen sechs Boxen das Streu in die Mitte befördert hatten, kam Paul mit dem Trecker, um das Zeug hinaus auf einen Anhänger zu bringen.

Nachmittags haben wir fast  jeden Tag mit gemolken. Das war teilweise anstrengend, da die Kühe an zwei Tagen sehr aggressiv waren.

Nachdem wir dann mit Kuhscheiße besprüht (vor allem im Gesicht) nach Hause kamen, sind wir meistens zu erst duschen gegangen, bevor wir dann verschiedene Dinge getan haben. Manchmal haben wir mit der Tochter Karten gespielt oder wir haben Heather beim Kochen geholfen.
Des Weiteren haben wir auch gegenseitig unsere Kulturen ausgetauscht. So hat mir die Tochter etwas Maori beigebracht und ich habe ihr etwas deutsch beigebracht.

Der Freitag war dann nochmal etwas anders als die anderen Tage. Morgens haben wir allerdings schon erstmal wieder auf das Baby aufgepasst. Danach ging es allerdings für Caro nicht auf die Farm, sondern sie ist mit Heather zu einem Schulausflug gefahren. Der war mit der gesamten Schule von den beiden Kindern. Er bestand unter Anderem daraus, die Strände vom Müll zu bereinigen oder später auf einem besonderen Abenteuer Spielplatz sich auszutoben. (Caros Aufgabe bestand darin, eine Gruppe von 6 Schülern zu beaufsichtigen).
Für mich ging es allerdings schon auf die Farm. Doch wirklich was getan habe ich nicht, da Paul 5 Wiesen düngen musste. Dies haben wir mit einem Trecker und einem dahinter hängenden Kreiselstreuer gemacht. Dank moderner Technik konnte Paul anhand eines integrieten Bordcomputers anhand von GPS sehen wo er schon Dünger verteilt hatte.

Aussicht aus dem Trecker beim Düngen der Wiesen

Meine Aufgabe bestand also eigentlich nur darin, das Baby auf dem Schoß festzuhalten und daneben zu sitzen. (Ich hatte allerdings auch Mühe mich selbst festzuhalten, da die Wiesen so extrem uneben waren, dass ich mir teilweise vorkam ich würde Bullriding auf einem Jahrmarkt machen, wo man sich nur mit einer Hand festhält und nicht runterfalllen darf :D)

Samstag hatten wir dann einen freien Tag, den wir auch so genutzt haben. Sprich wir haben nicht wirklich viel getan, bis auf, dass wir mit Heather und den Kindern einkaufen waren. Danach haben wir nur gelesen, gegessen oder noch ein wenig mit den Kindern gespielt.

Sonntag hatten wir ebenfalls frei. An diesem Tag findet immer ein Farmermarket im Zentrum von Kerikeri statt. Da sich die Beschreibung im Internet ganz gut anhörte, beschlossen wir nach dem Frühstück dort hinzufahren. Dort angekommen waren wir jedoch sichtlich enttäuscht. Der Markt war sehr klein. Es gab nur ein paar Gemüse und Käse Stände und das wars. Somit machten wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt.

Brunnen in Kerikeri


Auf dem nach Hause Weg hielten wir noch in einer Schokoladenfabrik an. Dort gab es exklusive Schokolade, doch eindeutig viel zu teuer.

das Eiscafé neben der Schokoladenfabrik

Nebenan gab es jedoch noch ein Eiscafé, welches zu der Schokoladenfabrik gehörte. Dort haben wir dann noch ein unglaublich großes und leckeres Eis gegessen.

die Auswahl der Eissorten


Zu dem Autofahren in Neuseeland kann ich nun noch sagen, dass es sich immer noch komisch anfühlt. Aber ich bin ja jetzt schon zweimla nach Kerikeri hin und zurück gefahren. Also schon über zwei Stunden auf Neuseelandsstraßen gefahren :D. Auch wenn man manchmal etwas länger überlegen muss beziehungsweise sich konzentrieren muss, nach dem Abbiegen auch wieder auf die linke Spur zu fahren, macht es doch Spaß hier Auto zu fahren und es fühlt sich nicht mehr ganz so falsch an links zu fahren.

Heute mussten wir dann das erste Mal morgens mit melken. Dass heißt wir durften um 04:30 Uhr aufstehen, um um 05:00 im Stall zu sein. Dieses Melken war ein besonderes Melken (das war auch der Hauptgrund warum wir mit in den Stall mussten, benötigt wurden wir eigentlich nicht wirklich).
Heute war ,,Milktasting'' angesagt.

Umhänge - ,,Palette'' mit leeren Milchbechern zum Tauschen

Dass heißt, an jede Melkvorrichtung war ein extra Gerät angeschlossen, was dafür gesorgt hat, dass etwas von der Milch in einen kleinen Becher gepumpt wird.

Milktasting - Gerät

Diese wurden dann nachdem der Melkvorgang abgeschlossen war gescannt. Danach konnte sie ausgetauscht werden für die nächste Kuh.

Becher mit Milch

Nach dem das Melken beendet war, mussten wir die Tasting-Geräte säubern.
Auch wenn wir ziemlich früh aufstehen mussten, war es sehr interessant zu sehen, wie ein sogenanntes Milktasting funktioniert.
Außerdem konnten wir so auch noch den Sonnenaufgang sehen *_*

der Sonnenaufgang aus dem Kuhstall aus

Bis Bald

Eure Leonie

Samstag, 16. September 2017

Veganer Zebrakuchen - ein Wochenende auf der Farm

Eine ganze Woche auf "unserer" Dairy Farm ist wieder um! Bis auf Dienstag, als wir stattdessen einen Nachmittag freigemacht haben, waren wir jeden Nachmittag Melken, haben ansonsten viel aufgeräumt und gewaschen.

Den anstrengensten Teil der Woche hat das Ausmisten der Kälbchenställe eingenommen, da waren wir drei Vormittage beschäftigt. Außerdem war ich (Caro) auf einem Schulausflug, während Leonie Trecker gefahren ist. Unsere Woche war also keinesfalls langweilig, sodass wir uns das Wochenende wirklich verdient haben :)
Trotzdem heißt das nicht, dass wir nichts tun, deswegen haben wir für das Wochenende einen schönen und leckeren Kuchen gebacken! Der Kuchen ist natürlich vegan, da ich mich ja vegan ernähre und weil wir der Familie auch zeigen wollten, wie lecker veganes Essen ist ;)


Wenn ein Kuchen nicht nur lecker schmeckt, sondern auch noch hübsch aussieht, ist der gemütliche Sonntagnachmittag gesichert! Deswegen fiel die Entscheidung auch nicht schwer, einen Zebrakuchen zu backen, der durch sein inneres Muster – wie ein Zebra einfach jeden überzeugt!

Der Kuchen ist sehr einfach dafür, dass er später so gut aussieht und wer den Kuchen nicht kennt, wird überrascht sein, wie das tolle Muster entstanden ist 😉
 

Für 1 Zebrakuchen (Springform, 24 Zentimeter) braucht ihr:

4 cups Mehl
1 1/3 cups Zucker
4 El Kakaopulver
2 Tl Natron
150 ml Öl
2 El Essig
500 ml Wasser
Prise Salz


Für alle anderen, die lieber Gramm-Angaben statt Cups benutzen:

400 g Mehl
300 g Zucker
40 g Kakaopulver
2 Tl Natron
2 El Essig
150 ml Öl, z.B. Rapsöl oder Sonnenblumenöl
450 ml Mineralwasser
1,5 Tl Vanilleextrakt
2 Prisen Salz
Optional:
100 g Puderzucker
3 Tl Kakaopulver
Mineralwasser


Zuerst muss der Ofen auf 170°C vorgeheizt werden. Dann stellt ihr zwei Schüsseln für den Kuchen bereit und fettet schon einmal die Kuchenform ein.
Dann geht es mit dem Teig los. Ganz wichtig – ihr bereitet ihn in zwei Schüsseln zu!
Die trockenen Zutaten kommen zuerst, ihr gebt also in jede Schüssel 200g Mehl, 150 g Zucker, 1 Tl Natron und die Prise Salz. Dann gebt ihr in EINE der Schüsseln das Kakaopulver, das hier wird der dunkle Teig. In die andere Schüssel gebt ihr den Vanilleextrakt. 

Das Ganze könnt ihr jeweils schon einmal ordentlich durchmischen, dann geht es mit den anderen Zutaten weiter. Ihr gebt also in jede Schüssel 75ml Öl und 1 El Essig, dann muss wieder ordentlich verrührt werden. Zum Schluss kommt dann noch das Mineralwasser dazu, jeweils 225 ml. Wichtig ist, dass ihr den dunklen Teig zuerst anrührt und dann bei dem hellen eventuell weniger Mineralwasser dazugebt, damit die Konsistenz gleich ist. Dann muss natürlich wieder alles ordentlich durchgerührt werden, sodass ihr bei beiden einen schönen, glatten Teig habt. 

Dann muss natürlich noch das Zebramuster in den Kuchen kommen. Dafür müsst ihr den Teig nach und nach in die Backform geben. Ihr gebt also zuerst zwei Esslöffel hellen Teig in die Mitte der Backform, danach tropft ihr zwei Esslöffel dunklen Teig darauf. Als nächstes kommen wieder zwei Esslöffel vom hellen Teig, dann wieder zwei Esslöffel vom dunklen Teig. Und das alles so lange, bis der Teig alle ist. 

Der Kuchen kommt dann für ca. 45 Minuten in den Ofen. Ganz wichtig: macht die Stäbchenprobe!
Dann muss der Zebrakuchen nur noch abkühlen und ist dann fertig. 


Wer gerne noch eine Glasur haben möchte, so wie dieser Zebrakuchen hier eine hat, verrührt ihr einfach den Puderzucker mit dem Kakaopulver und gebt dann LANGSAM Mineralwasser dazu, sodass ihr eine streichfähige Masse bekommt. Passt auf, dass ihr nicht zu viel Mineralwasser nehmt, sonst müsst ihr wieder mit Zuckerguss auffüllen. Den Zuckerguss verteilt ihr gleichmäßig auf dem abgekühlten Kuchen und lasst das Ganze dann trocknen.


Schneidet ihr den Kuchen dann an, sieht man von der Innenseite das hübsche Zebramuster (hier war leider das Teigverhältnis nicht soo gut, weswegen man das Zebramuster nicht ganz so gut sieht). Der Kuchen wird garantiert jedem schmecken! Unserer Wwoofing-Familie hat er übrigens sehr gut geschmeckt!
Das Kleinkind war schneller fertig als alle anderen und hat nach mehr verlangt, Paul möchte, dass wir den Kuchen noch einmal backen und auch den anderen (und uns natürlich auch!) hat der Kuchen super geschmeckt :) Und das, obwohl wir Angst hatten, dass er fast verbrannt ist, deswegen war die Glasur eigentlich auch nur als Notlösung gedacht ;) Dadurch war der Kuchen aber nur noch besser.

Farmidylle mit leckerem Kuchen

Guten Appetit!
Eure Caro

Montag, 11. September 2017

Da wo Tasman sea und Pacific ocean zusammentreffen - Cape Reinga

Heute berichte ich euch von unserem Ausflug an den Cape Reinga. Das Cape Reinga ist der nördlichste Punkt Neuseeland. Dort treffen die tasmanische See vom Osten und der Pazifik vom Westen her aufeinander. Es ist wirklich unglaublich dieses Naturschauspiel zu beobachten.

Der bekannte Leuchtturm am Cape Reinga

Tasmanische See
Pazifik


Wir waren dort mit unserer Wwoofing Familie am vergangen Sonntag. Obwohl der Cape Reinga von unserer Wwoofing Familie auch noch 2,5 Autostunden entfernt ist, haben sie uns sogar schon bevor wir überhaupt hier waren, versprochen gehabt, dass wir dort hinfahren werden. Wir denken, dass liegt daran, dass sie selbst hier erst seit drei Monaten wohnen und somit auch noch nicht so viel von der Region hier kennen. So war es auch für den Großteil unserer Gastfamilie das erste Mal am Cape Reinga.

Gut fangen wir also an von dem Tag zu berichten :D Die eingentliche Abfahrt war für 08:00 geplant, aber wie es oft bei Familien mit kleineren Kindern ist, hat es letztendlich doch noch etwas länger gedauert und wir sind erst gegen 09:00 Uhr losgekommen. Das war aber auch nicht weiter schlimm. Da wir ja mit uns zu siebt in der Familie sind, sind wir mit zwei Autos gefahren. Caro und ich sind bei Paul im Auto mitgefahren und Heather ist mit den Kindern im anderen Auto gefahren.
Die Fahrt dahin war relativ unspektakulär. Wir sind an vielen Farms vorbei gefahren und sonst ist auch nicht mehr viel je nördlicher man kommt. Was allerdings noch auffällig war, war, dass es weiter im Norden immer mehr Schaffarms gab. Dieses liegt an der anderen Beschaffenheit der Böden, wie Paul uns später erzählte.
Nach zweieinhalb Stunden kamen wir nun am Cape Reinga an. Schon auf dem Weg dahin konnten wir wunderschöne Ausblicke genießen. Am Cape war es dannn einfach unbeschreiblich. Es war allerdings extrem windig, sodass wir gezwungen waren unsere Kapuzen aufzusetzen und die Jacken bis oben hin zuzumachen. Des Weiteren musste man wirklich aufpassen nicht wegzufliegen.
Am Cape gibt es zwei Wege ausgeschildert. Wir entschieden uns für den, der zum Leuchtturm führt. Dabei gingen wir mit den beiden älteren Kindern auf dem Hinweg nicht auf dem gepflasterten Weg, sondern über den Hügel. Dort oben hatte man einfach einen umwerfenden Ausblick. Man kann das gar nicht beschreiben, aber das Meer ist so türkisfarben, wie man es sonst nur von Gemälden kennt.
Nachdem wir dort dann eine kleine Fotosession veranstaltet haben, sind wir den Berg hinunter zum Leuchtturm gegangen. Dort haben wir dann ebenfalls noch mal eine kleine Fotosession veranstalten :P



Nachdem wir uns endlich von diesem wunderschönem Anblick trennen konnten, sind wir langsam zurück zum Auto gegangen. Dort haben wir dann erstmal lunchbreak gemacht, für die Heather schon am Vortag Brote geschmiert und Obst geschnitten hatte.
Gestärkt fuhren wir dann weiter zu den Te Paki Sand Dunes. Während der Fahrt gab es einen heftigen Regenschauer, doch sobald wir Te Paki Dünen erreicht hatten, klärte es sich wieder auf und die Sonne schien (das ist übrigens sehr typisch für Neuseeland). Bei den Te Paki Dünen angekommen, fühlten wir uns wie in einer Wüste. So weit das Auge reichte, war Sand einfach nur Sand. Normaler Sand durchzogen von schwarzem Lavasand.
Te Paki Sand Dunes



 Caro und ich sind natürlich auch dort hochgegangen zusammen mit den beiden Kindern. Dort haben wir wieder unzählige Fotos gemacht. Diese Dünen sind ürbigens auch der Anfang vom ninty mile beach. Eigentlich war der Plan am ninty mile beach entlang zurück zufahren, doch aufgrund des Wasserpegels hatten wir Angst, dass das Auto das nicht  mitmacht und sind dann doch auf der Straße zurück gefahren.

Auf dem Weg nach Hause hielten wir dann noch in einer Eisdiele an. Das Eis dort war wirklich sehr lecker und es war extrem groß. Ich hatte ,,nur'' zwei Kugeln. Diese würden in Deutschland allerdings ca. vier bis fünf Kugeln entsprechen :D



Zu guter Letzt hielten wir noch am Hafen von Whangarora. Dort gab es aber nichts besonderes zu sehen bis auf eine Muschelfarm.


Ab und zu gibt es hier traditionelle Maori Tore


Nach einem langem, windigem, aber einfach unbeschreiblich schönem Tag, kamen wir dann abends gegen 17:00 in Matauri Bay an.
Dort musste Paul dann direkt wieder auf die Farm, weil eine Kuh schon den ganzen Tag gekalbt hat und das Kälnchen immer noch nicht da war. Das Kälbchen war dann auch leider schon tot als es endlich draußen war.

So das wars von unserem Wochenausflug :)

Eure Leonie :)

Sonntag, 10. September 2017

Wwoofing auf der Dairy Farm - Freiwilligenarbeit in Northland


Nach unserer Woche in Auckland bei unserer deutschen Gastfamilie hat es uns weitergezogen. Natürlich war es schön in der Stadt, aber wir wollen ja noch viel von Neuseeland sehen! Weil wir schon wissen, dass wir ab Anfang Oktober in New Plymouth / Taranaki sein werden, wollten wir vorher schon den nördlichen Teil der Nordinsel bereisen, allerdings waren wir uns noch nicht ganz klar wie.

Über unseren Freund David haben wir erfahren, dass die Busverbindung mit dem InterCity Bus in Neuseeland ziemlich gut ist. Weil wir uns noch kein Auto kaufen wollten (viel zu kalt und erstmal zu teuer) haben wir uns dann den FlexiPass gekauft mit 35 Stunden Fahrtguthaben. So haben wir erst einmal genug Fahrzeit übrig, um auf der Nordinsel herumzureisen und selbst wenn später noch etwas übrig sein sollte, kann man die Stunden wieder verkaufen. 

Weil wir so allerdings nur eine Transportmöglichkeit hatten, haben wir auf Facebook in der Gruppe NZ Farming Jobs nach einer Wwoofing-Möglichkeit in Northland gesucht. Und schon bald hat sich Paul bei uns gemeldet. Er hat eine Dairy Farm in Northland mit 470 Kühen und etwa 80 Kälbern, 5 Schweinen und einem Hund. Mit seiner Familie, also seiner Frau und seinen drei Kindern wohnt er in der Nähe von Kerikeri – einer der Orte, den auch unser Bus anfährt.
Der Kontakt war von Anfang an gut, das Ziel gefiel uns auch und so haben wir uns ziemlich schnell entschieden, auf Pauls Farm zu kommen. 

Mit dem Bus sind wir mittags in Auckland losgefahren und dann nach 4 Stunden 40 Minuten in Kerikeri angekommen, wo Paul uns mit dem Auto abgeholt hat.
Auf dem Weg zu seiner Farm, die noch etwa eine halbe Stunde außerhalb liegt, hat er für uns noch jeweils ein Paar Gummistiefel im Warehouse und später noch ein paar Bier im Liquor Store auf dem Nachhauseweg gekauft. Dann ging es endlich zum Haus, wo wir schon von den Kindern aufgeregt begrüßt wurden. Kurz danach war auch schon das Abendessen fertig. Das ist nämlich die Abmachung beim Wwoofing – wir arbeiten jeden Tag ein paar Stunden (meistens bis zu vier) und bekommen dafür Unterkunft und Essen. 


An unserem ersten Morgen ging es dann auch gleich schon auf die Farm. Mit Pauls Frau Heather und der jüngsten Tochter sind wir mit einem kleinen Farmauto und einer Futtervorrichtung hinten dran die Kälber und Schweine füttern gefahren.



Als wir damit fertig waren, ging es erstmal wieder zurück ins Wohnhaus, wo wir Fenster geputzt und Wäsche gewaschen und aufgehängt haben. Glücklicherweise schien die Sonne und es war trocken, das ändert sich hier nämlich wirklich alle paar Minuten. 


In Northland kann man wirklich vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Morgens ist es meistens eiskalt und man möchte gar nicht aus dem Bett, während es über den Tag meistens aufklart und sonnig ist, oft aber mit starkem Wind und ab und an von mehr oder weniger starken Schauern unterbrochen. Was die Kleidung betrifft, kann man da wirklich nur mit dem Zwiebelprinzip warm und trocken bleiben…. Leider ist es auch im Haus ziemlich kalt, immerhin haben wir eine Heizung im Zimmer und drei Decken.

Auch an unserem zweiten Arbeitstag war das Wetter eher wechselhaft. Auf dem Weg zur Farm durfte Leonie das erste Mal in Neuseeland Auto fahren! Linksverkehr und Automatikwagen waren dann doch ganz aufregend – auf der Straße kam uns aber niemand entgegen 😊
 
Morgens ging es ans Zäune stecken, damit dies nicht am Wochenende erledigt werden muss und die Kühe trotzdem immer die Weide wechseln können. Dabei war es noch einigermaßen trocken, aber gerade als wir fertig waren, hat es wieder angefangen zu regnen – zum Glück nicht lange. Weil die Kühe noch auf die nächste Weide getrieben werden mussten, sind wir mit Paul dann im Farmauto noch über seine Felder gefahren und haben die Kuhherde von einem Feld auf das nächste getrieben.  


Nach dem Mittagessen war es dann endlich so weit – unser erstes Mal Melken stand an!! Von Heather hatten wir Overalls bekommen in pink und lila (pink natürlich für mich, weil Leonie das nicht mag :P ) und später auf der Farm gab es dann noch bodenlange Schürzen dazu. Erstmal haben wir uns natürlich gefragt, was daran so dreckig sein kann, aber nicht lange. 

Als die Kühe im Melkbereich immer mit 44 auf jeder Seite standen, ging es für uns dann los. Paul zeigte uns einmal kurz, wie es ging, dann mussten wir auch schon selber ran. Zuerst tritt man an die Kuh heran, streichelt ihren Euter, damit sie sich beruhigt und muss dann versuchen, die Sauger an den Zitzen zu befestigen. Das Problem dabei: ungefähr die Hälfte der Kühe tritt aus. Man darf sich also nicht zu weit vorbeugen, damit man nicht ins Gesicht getreten wird, andererseits muss man aber auch die Zitzen finden. Das ist gar nicht so einfach. Aber sind die Sauger erstmal angebracht, muss man sich erstmal keine Sorgen mehr machen.

Sobald die Euter leer sind, lösen sich die Sauger von den Eutern, dann muss man mit einem Spray die Euter besprühen, das, wie Paul erklärt hat, gut für die Haut der Kühe ist. Da war es dann wohl auch nicht so schlimm, das ich es am Anfang mit Wasser verwechselt habe und mir damit die Hände abgesprüht habe :D 

Sind die ersten 44 Kühe gemolken, geht es auf der anderen Seite mit dem Melken weiter. Sobald die Kühe gemolken sind, wird das Gatter wieder geöffnet, dass die Kühe wieder auf die Weide gehen können. Nicht selten hatte eine Kuh vorher das kleinere oder größere Geschäft zu erledigen – da war es wichtig, gut aufzupassen und schnell so weit wie möglich zur Seite zu springen.
Nach fast drei Stunden waren wir dann fertig – mit schönem Stallgeruch und Kuhscheiße anstelle von Conditioner in den Haaren…. #wiesoconditionerwenneskuhscheißegibt :D Zur Erklärung: Leonie hatte sich Conditioner statt Shampoo gekauft 😉
 
Tja, und dann war der Tag auch schon wieder vorbei und wir hatten uns unser freies Wochenende verdient. Den Abend über haben wir dann noch auf die Kinder aufgepasst, aber mit denen spielen wir sowieso immer wieder zwischendurch – die finden es ziemlich toll, zwei große Schwestern zu haben, die ihnen sogar das Frühstück machen und aufräumen. :D 

Wir werden auf jeden Fall noch zwei Wochen auf der Farm von Paul bleiben – mal sehen, was uns dann noch so erwartet, morgen geht es erstmal wieder zum Melken :D
Eure Caro

Samstag, 9. September 2017

Wandern in den Waitekeres – Buschwanderung hautnah


Am vergangen Montag waren wir mit einem Teil meiner Bekannten, die uns die erste Zeit in Auckland aufgenommen haben, in den Waitekeres wandern. 
Die Waitekeres sind ca. eine Autofahrtstunde von Auckland entfernt.

So ging es für uns schon um 06:30 Uhr los, damit wir nicht in die Rushhour kamen. Da wir so frühh noch nicht zu Hause frühstücken wollten, machten wir nach knapp 50 Minuten Fahrt halt in einem kleinem, nettem Café, um dort zu frühstücken. Nachdem wir uns nun für unsere Wanderung gestärkt hatten, fuhren wir noch den letzten Rest bis zu den Waitekeres. Dort angekommen führten uns unser Gastvater und unsere Gastschwester durch die Waitekeres. 
Bevor wir jedoch in das Reserve gehen konnte mussten wir unsere Schuhe säubern. Das muss man in Neuseeland immer machen wenn man ein Reserve betritt oder verlässt.

Dazu gibt es verschieden Chemikalien, die ihr hier auf dem Bild seht, mit denen man seine Schuhe besprühen kann.
Nachdem wir nun unsere Schuhe ordnungsgemäß gesäubert hatten, ging es zuerst gut 20 – 30 Minuten steil bergauf. Der Weg war ein kleiner Pfad durch den Busch. Man musste also aufpassen, wo man hintrat, damit man nicht wegrutschte (vor alllem, da es die letzten Tage viel geregnet hatte, war es sehr matschig und rutschig). Auch wenn der Aufstieg anstregend war, hat er sich mehr als gelohnt, da man einfach unglaubliche Ausblicke auf den Strand an der Westküste hatte.

,,Oben'' angekommen war es erst eine ganze Zeit einfach nur gerade, bis wir uns irgendwann dem Abstieg widmeten. Caro und ich entschieden uns für den abenteurlicheren Weg. Dass heißt wir hatten sehr schmale Pfade, mussten uns teilweise mit Hilfe von Bäumen weiterhangeln, über Bäume klettern. Teilweise standen wir Knöcheltief im Wasser und wateten durch die Matsche. Kurz gefasst der Weg war mega geil und hat mir sehr viel Spaß bereitet.
Unten angekommen haben wir dann erstmal eine Lunchbreak gemacht bevor wir uns dann weiter auf in Richtung Strand machten. Der Strand besteht übrigens an der gesamten Westküste aus schwarzem Sand, da es sich hier um Lavasand handelt.

Da auch hier die Wege teilweise überflutet waren, konnten wir nicht den eigentlich Weg gehen und sind mehr durch die Dünen gegangen. Das beste an der ganzen Sache war, dass wir einmal einen Weg überqueren mussten, der so hoch überflutet war, dass sogar ich knietief samt Schuhen und Hose im Wasser stand :D.

Nach einiger Zeit gelangten wir dann an den Strand. Dort haben wir auf einem Felsen sogar einen Seelöwen gesehen. Leider konnten wir ihn nicht fotografieren, da er kaum aufgefallen ist auf dem Felsen. Außerdem meinte unser Gastvater, dass es zu gefährlich wäre näher heran zu gehen, da Seelöwen sehr schnell sein können.
Nachdem wir nun eine Weile entlang gegangen waren und auch mit den Füßen im Meer waren, legten wir uns zum Schluss noch etwas an den Strand und sonnten uns. (Dabei hatten wir übrigens unsere zweite Lunchbreak :P ).




Nach dem wir uns genug geruht hatten, fuhren wir dann noch nach Piha. Dort gibt es ebenfalls einen wunderschönen Strand. Typisch für die Strände an der Westküste ist jedoch nicht nur der schwarze Lavasand, sondern auch die extreme Breite dieser Strände.
Nachdem sich das Wetter jedoch nun zuzog, fuhren wir relativ zügig wieder nach Hause....
Eure Leonie